Projektwiese Bruckenwasen

Warum mähen?

 

Mähen ist wichtig, um Flächen offen zu halten und regelmäßige Mahd fördert die natürliche Pflanzenvielfalt. Doch wird zu häufig gemäht, kollidiert das Mähen mit dem Lebenszyklus von Insekten, Vögeln, Amphibien und Pflanzen. Die Wiese wird zum „Schlachtfeld“ und langfristig zur grünen Wüste. Wir machen’s anders! 

Unsere Methode

Schneidende Geräte wie Sense und Balkenmäher sind besonders für weniger mobile Wiesenbewohner wie Schmetterlingsraupen am wenigsten schädlich. Weitere Arbeitsschritte wie Mulchen würden einen großen Anteil der noch im Gras vorhandenen Insekten vernichten. Nach dem Sensen lassen wir das Mahdgut wenige Tage auf der Fläche trocknen, um den Insekten das Entkommen zu ermöglichen und um Pflanzen Zeit zu geben zu versamen. Im letzten Schritt wird das Mahdgut von der Fläche abgetragen, um der Überversorgung mit Nährstoffen (Eutrophierung) und somit letztendlich der Vergrasung entgegenzuwirken und um die Jungpflanzen darunter nicht zu „ersticken“.

 

Trotz verträglicher Mähgeräte beeinflusst jedes Mähen die Tiere und Pflanzen der Wiese. Daher wird die Hälfte der Wiese im Jahr 2021 gar nicht gemäht. Die Vegetation kann sich entwickeln und zur Samenreife kommen und wir können die Pflanzen bestimmen. Im nächsten Jahr wird diese Hälfte im Frühjahr gemäht. Auf der anderen Hälfte der Fläche fand der erste Schnitt bereits im Juni dieses Jahr statt, der zweite Schnitt wird im September stattfinden.

Wiesen für mehr Artenvielfalt

In unserer heutigen ausgeräumten Landschaft finden Schmetterlinge, Vögel und Wildblumen kaum noch passende Lebensräume. Doch jeder kann etwas gegen den Artenschwund tun: Egal, ob im Garten oder auf dem Balkon, jede Blume und jedes Insekt zählen! Das Ausbringen heimischer Samenmischungen, ein Balkonkasten mit blühenden Kräutern oder biodiversitätsfreundliches Mähen können dazu beitragen, die Artenvielfalt zu erhalten. 


Hier finden Sie unsere vollständige Bewuchskartierung am Lebenshaus–Bruckenwasen zum download:

Download
Bewuchskartierung Lebenshaus-Bruckenwasen
Die aufgeführten 80 Pflanzen wurden in Begehungen am 18.04. / 14.05. / 11.06. und 16.07. von Dr. Alexander Land und Gabriele Fernbach erfasst.
Bewuchskartierung am Lebenshaus.pdf
Adobe Acrobat Dokument 174.6 KB

Unser Wildbienen-Highlight: Knautien-Sandbiene am Bruckenwasen

Die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) gilt in Deutschland als gefährdet und ihre Bestände gehen seit Jahren stark zurück.  Mit 14-16 mm Körpergröße gehört sie zu den größeren unserer heimischen Wildbienen. Die Weibchen sind zu erkennen an ihrem schwarzen Kopf und Oberkörper mit der weißen Behaarung und den ersten beiden leuchtend orange gefärbten Hinterleibssegmenten, die seitlich einen schwarzen Punkt tragen. Die Knautien-Sandbiene sammelt den Pollen zur Versorgung der nächsten Generation nur an Kardengewächsen, am häufigsten an der Wiesen-Witwenblume. Pro Nest benötigt sie den Pollen von 72 solcher Blüten. Ihre Nester, die sie in Hohlräumen in der Erde baut, sind meist schwer zu finden und wurden daher 2004 zum ersten Mal entdeckt. Die Biene ist auf Wiesen mit Wiesen-Witwenblumen bis in den August hinein zu entdecken und wurde von unserem Mitglied Marina Moser auf der Blühwiese am Bruckenwasen in Plochingen beobachtet


Position unserer Projektwiese im östlichen Teil des Bruckenwasens vor dem Gelände des Obst- und Gartenbauverein.
Position unserer Projektwiese im östlichen Teil des Bruckenwasens vor dem Gelände des Obst- und Gartenbauverein.

Unsere Wiesenbewohner